Eurythmie

Aller Rhythmus

Die Eurythmie will, von den rhythmischen Zusammenhängen ausgehend, eine Bewegungskunst ins Leben stellen, die das, was ansonsten auf unsere Sprachorgane beschränkt ist, auf den ganzen, lebendigen Menschen ausbreitet. Das Tönende kann fortan sichtbar gemacht werden. Nach gewissen Gesetzmäßigkeiten kann erwartet werden, dass sich die Menge der Einzelheiten, die hier versucht werden darzustellen, zusammenschließt. Natürlich gilt auch hier und hier im besonderen, dass jede, auch lange Reise, mit einem einzelnen Schritt beginnen muß. Einzelne "Kleinigkeiten" sind hier gesammelt und müßten sich fügen, wenn das sie verbindende Band mit berücksichtigt werden kann. Hier sei hingewiesen auf die Möglichkeit in lebendigem Austausch sich seiner Möglichkeiten zu versichern und Wochenenden oder regelmäßige Übungsstunden zu besuchen. Im folgenden sollen mehrere Bildchen einhelfen in ein Sich-Bewegen-Können bezogen auf einen Text. Der Text ist angegeben und die Form will in "grammatischen" Formen den Inhalt auf die Erde selbst schreiben lassen können. Ja, wie Grammatik will die Bewegung unserer Körperlichkeit auf dem Untergrunde Erde sein. Anhaltspunkte dazu werden in Kürze hier erscheinen, wie die Zeit es eben erlaubt. Aller Grammatik in unserem Sinne liegt zunächst ein Rhythmisches zugrunde. Hier schon können wir erahnen, dass es Gemeinsamkeiten in den tausenden verschiedenen Sprachen gibt. In einer Gleiderung nach Längen und Kürzen drückt sich nämlich eine jede Sprache aus. Wohl sind die Laute verschieden, wie ihre Bedeutung, der Wechsel von Länge und Kürze jedoch ist allen Sprachen gemeinsam. Bis in das Musikalische hinein hat die vorgedachte Überlegung ihre Bedeutung, obwohl in der Musik sich die Wechsel in den Längen und Kürzen weit differenzierter darstellen, als in der "einfachen" Sprache. Sogar in nur zwei große Gruppen lassen sich die sprachlichen Rhythmen gliedern: die steigenden und die fallenden Rhythmen. Sie können wie sich gegenübergestellt werden und der Interessierte wird die 14 Grundmetren in guten Gedichten immer wieder finden können, ja, ein Dichter wird sich genötigt sehen, aus dem Rhythmischen seine Gedichte zu formen, weil man annehmen kann, dass weniger in dem Inhalt, als mehr in dem Rhythmus das eigentliche Geheimnis verborgen liegen mag.

Nach dem Aufwachen...

Die Zwischenzeit

Zwischen Einschlafen und Aufwachen verbringen wir unsere Erdentage. Wo aber sind wir eigentlich in der dazwischen liegenden Zeit? Viele Fragen könnten sich hier stellen, schließlich verbringen wir mindestens ein Drittel unserer Erdenzeit im Schlafzustand, sind danach erholt für die Herausforderungen des Tages. Auch um dieser Frage ernsthaft nachgehen zu können stellen wir diese Formen vor die möglichen Leser. Diese beiden Formen bilden nun ein Bindeglied zwischen dem, was bei den sieben Tagen immer noch hinzugefügt wurde. Man möchte sagen: "Und weithin dehnten sich die Wege", geradeso wie es für uns notwendig zu sein scheint.......................................

Vor dem Einschlafen...

Wir haben nun einen ziemlich großen Bogen geschlagen, nur um immer genauer den Gegebenheiten gegenüberstehenzu können. Man wundert sich, dass unsere Kunst nicht schon längst, etwa an unseren Schulen, zu bemerken ist. Es soll natürlich nichts gegen ehrenwerten Sport gesagt werden, aber für ein auch seelisches Wohlbefinden quer durch alle Altersstufen kann man sich doch eigentlich nur eine Bewegungskunst wie die unsere vorstellen. Alles, was sonst eben nur auf die Sprachwerkzeuge beschränkt ist, kann nun, vergrößert, auf die Erde selbst geschrieben werden. Unsere Beine tragen uns, die Arme buchstabieren zunächst, und der Mund schweigt, damit nicht etwa immer wie doppelt gesprochen wird. Man muß allerdings schon hier darauf hinweisen, dass ein Anfang gemacht werden soll, nicht "die Trauben " schon auf "der Straße liegen". Aber ein Anfang ist eben doch gefunden und der interessierte Mitmensch wird schon Anhaltspunkte hier an die Hand bekommen können, um zu einem eigenen Urteil kommen zu können in der oben angegebenen Fragestellung.

Hier nun die ersten Formen. Es sind Vortakt/ Nachtakt und vier Teile zu einem bestimmten Text. Der Zuschauer ist da, wo die Blume sich befindet. Viel Spaß beim Üben!!!!!!!!!

                                                        

Der sich Bewegende

Jeder sich bewegende Mensch macht Eurythmie

Für jemanden, der alles besser überschauen kann,  mag sich dieser Umstand folgendermaßen darstellen: „ ...Da traf ich dort, ... eine Gesellschaft, welche Karten spielte... . Der Eine spielte die Karten aus. Nun hätten sie die Eurythmie sehen sollen, die aus den Augen der Anderen sprang! Der Zweite spielte die Karten aus – da lagen drei von der Gesellschaft schon auf dem Tisch. Dann spielte der Dritte die Karten aus, dann lagen zwei unter dem Tisch dazu. Und als die weiteren Karten gespielt wurden, da ging alles bunt durcheinander: eine ganz wunderbare, aber nicht schöne Eurythmie, die da die Ätherleiber ausführten... “Um nun in seine Bewegungen immer mehr Schönheit in Sichtbarkeit bringen zu können, bedarf es oft nur einer Besinnung auf seine eigene Menschenwürde. Menschenwürde aber findet sich, wenn wir uns besinnen lernen auf wesentliche Zusammenhänge unseres gegenwärtigen Lebens. Das Wesentlichste in Europa, ja für die ganze Menschheit ist doch, machen wir uns da nichts vor, der Lehrer der Menschenliebe, der Christus. Aber wo ist dieser, einmalige, Christus geblieben?????????????????????????????????????????????????????? „ ...Dieses Bild von Christus kann ja heute nicht mehr mit äußeren Augen wahrgenommen werden, sondern es muß mit dem ineren Auge wahrgenommen werden. ...Und in diesem inneren Auge zeigt sich, was aus der Auferstehung Christi geworden ist. ... wer mit dem inneren Auge zu sehen sucht, der sieht, dass er längst wieder da ist. Nicht mehr in einer physischen Form, aber in einer für das äußere Auge unsichtbaren Substanz. Das heißt, er durchweht jeden einzelnen Raum und jedes Zeitelement substanziell. Also ist er ganz nah da. Und die Schwelle zum Einbruch in den Menschen ist so gewaltig, wie nie in der Geschichte. .. Die Form aber, wie diese Verkörperung Christi sich in unserer Zeit vollzieht, ist das Bewegungselement schlechthin, der sich Bewegende.“

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