23. September - 22. Oktober

Waage

Hier nun die erste Seite, die sich auf unsere Monate bezieht. Sie sind gemeint als eine Orientierrung im Jahreslauf und gewonnen aus einer Meditationsleistung im Gang durch das Jahr.

September/ Oktober

Wir kommen zu der Zeit vom 23. September bis zum 23. Oktober und haben da dasjenige, was wir erleben können im Empfang der Gaben, was wir erleben können in der Ernte der Welt. Im Anschauen desjenigen, was da vorgeht, wo die Welt förmlich ein moralisches Verhältnis uns aufnötigt, vergeistigt sich unser Gefühl im Anschauen. Es ist unmöglich, dass der Mensch, wenn er ganzmenschlich empfindet, nicht dankbar dasjenige erlebt, was er fühlen kann zur Zeit der Ernte.

1. Die Gefühle vergeistigen sich im Anschauen

Unser Verhältnis zur Welt, auch indem es ein Naturverhältnis ist, gewinnt einen moralischen Charakter; da entwickeln wir moralisches Weltanschauen.

2. Moralisches Weltanschauen

Aber gerade indem wir so die Welt moralisch empfinden, ist es, wie wenn die Welt mit dem Herankommen der Ernte als solche uns entfallen würde und als ob sie finster werden würde.

3. Die Welt entfällt und verdunkelt sich

Gerade in dieser uns entfallenden und sich verdunkelnden Welt sind wir genötigt, uns auf unser Inneres zurückzuziehen. Das leuchtende Innere kann betende Stimmung lernen am besten gerade in dieser Herbstmeditation, beziehungsweise der Meditation der dem Winter entgegengehenden Welt.

4. Das leuchtende Innere lernt beten

Hier nimmt die Meditation den Charakter an, den sie sehr häufig, ich möchte sagen, wie aus einem Instinkt heraus, gerade bei tieferen philosophiscehn Naturen empfängt. Tiefere philosophische Naturen haben, indem sie die Welt lange betrachten und sich ihre Ideen machen, sehr häufig das Gefühl, dass alles Dasein nur ein provisorisches ist, weil es, so wie es uns entgegentritt, nicht Zukunftskeime enthält, weil es verwelkt. In dieser Stimmung  entwickelt sich am besten die Gebetsstimmung  für das Meditieren. In dieser Stimmung, ich möchte sagen in dieser hilflosen Stimmung, wo die Welt entschwunden  ist unserem leuchtenden Inneren, ist es auch, wo wir meditierend beginnen zu beten, beginnen also, uns an etwas zu wenden. Hier wird am besten gelernt die  Notwendigkeit des Gebotes oder Gesetzes.

5. Empfindung der Gesetzesnotwendigkeit

Aber indem man das herankommen des Geistes sieht, das Sichnähern dem Geiste innerlich meditativ erlebt, fühlt man so etwas wie eine Ohnmacht im Geiste. Die Überfülle, können wir sagen, des Geistseins kann da empfunden werden, dieses fast alpdruckartige Empfinden des Geistes.

6. Die Überfülle des Geistes wird empfunden

Es ist in der Tat ein sich absolut von selbst sich ergebender Vorgang, dass von Johanni ab – wo wir gesehen haben, wie nur drei Stufen unseres innerlichen meditativen Erlebens kommen können – durch die folgenden Monate sich das so ergibt, das im August vier Stufen, dann fünf Stufen, dann sechs Stufen kommen. Das ergibt sich als etwas ganz Notwendiges. Indem wir uns der Weihnachtszeit nähern, wird das Innere des Geistes wiederum differenzierer, wir leben uns in ein Differenzierteres hinein.

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