Montag
35. WochenspruchWoche
35. Woche nach Ostern 2023
Erste AdventWoche
3. - 9. Dezenber 2023
Ranafast
Mondentag, Montag
Finsternis ergreift das empfangene Licht
Sie will scheinen nicht beschienen sein.
Besitz nimmt sie vom Empfangnen.
Eigenlicht lässt sie walten.
Nicht zum Urlicht soll Eigenlicht strömen.
Selbst soll es sein.
Finsternis trügt Lichtschein.
Ich möchte in diesen Tagen, noch einiges von dem hinzufügen, was die Möglichkeit bietet, gewisse Untergründe der Weltengeheimnisse zu gewinnen, die der neueren Zivilisation verloren gegangen sind.
Wir brauchen ja nur hinzuschauen auf das, was die neuere Zivilisation als ihre Anschauung hat zum Beispiel von dem Planetensystem. Wir wissen, daß dieses Planetensystem so vorgestellt wird, als sei es hervorgegangen aus einer Art Urnebel, der in rotierender Bewegung war und von dem sich infolge dieser rotierenden Bewegung die einzelnen planetarischen Körper abgespalten haben. Man hat durch die Spekulationen, die man sich für diese Anschauung zurechtgelegt hat, ja nichts gewonnen, als daß man eine Art von Gleichgültigkeit der einzelnen Himmelskörper untereinander hat, die dabei geschildert werden, und auch eine Gleichgültigkeit des menschlichen Blickes gegenüber diesen Himmelskörpern. Was unterscheidet sich da stark, sagen wir, am Mond vom Saturn, wenn das alles gefaßt sein soll in die Vorstellung eines rotierenden Nebels, aus dem sich allmählich diese Himmelskörper abspalten?
Allerdings, die für alles Irdische und namentlich für das Irdisch-Mineralische so bedeutsamen Forschungen des 19. Jahrhunderts haben allerlei zu sagen gewußt über die stoffliche Zusammensetzung der Himmelskörper, haben eine Art Physik und Chemie der Himmelskörper geschaffen. Damit ist es ja möglich, daß in den gebräuchlichen Handbüchern spezielle Dinge gesagt werden über Venus, Saturn, Mond und so weiter. Allein, all dieses ist so, wie wenn man von dem Menschen, der beseelt und durchgeistet ist, gewissermaßen nur eine Art von Abbild seines äußeren Organismus schaffen würde, ohne einzugehen auf die Durchseelung und Durchgeistigung.
Man muß wiederum dazu kommen, mit Hilfe einer Initiationswissenschaft, wie sie hier versucht wird, auch in dasjenige einzudringen, was man Durchseelung und Durchgeistigung zunächst, sagen wir, unseres Planetensystems nennen kann. Und da möchte ich heute einfach mehr die Individualitäten der einzelnen Planeten dieses Systems charakterisieren.
Der Mond
Ich möchte zuerst hinweisen auf denjenigen Planeten, welcher der Erde zunächst steht, mit dessen Geschick-, in einer gewissen Beziehung allerdings nur, das Erdengeschick verbunden ist, und der einmal eine ganz andere Rolle spielte im Erdenleben, als er heute spielt. Denn (wir können ja wissen), daß dieser Mond in verhältnismäßig jüngerer Weltenzeit noch mit der Erde verbunden war, sich von der Erde getrennt hat und sie nun umkreist.
Wenn wir von ihm als von einem äußeren physischen Himmelskörper sprechen, so ist das Physische in ihm eben nur die äußere, die alleräußerlichste Offenbarung des Geistigen, das dahinterliegt. Wenn wir den heutigen Mond betrachten, so erscheint er denjenigen, die ihn in bezug auf seine Außenseite und seine Innenseite kennenzulernen vermögen, so, daß er gewissermaßen zunächst in unserem Universum eine Versammlung von geistigen Wesenheiten darstellt, die in sich eine große Abgeschlossenheit haben. Nach außen hin verhält sich ja der Mond im Grunde genommen wie ein Spiegel des Universums.
Wenn wir also hier die Erde haben und den Mond in die unmittelbare Nähe der Erde rücken, so ist für die alleräußerlichste Anschauung dies der Fall, daß er mit seiner Erscheinung das Sonnenlicht zurückwirft, so daß wir sagen können: Dasjenige, was vom Monde kommt, ist das auf ihn aufstrahlende und wieder zurückgeworfene Sonnenlicht. Er ist also eigentlich zunächst der Spiegel des Sonnenlichtes. Sie wissen ja, wie es die Natur eines Spiegels ist, daß man dasjenige sieht, was außer ihm ist, vor ihm ist, daß man aber gerade nicht dasjenige sieht, was hinter ihm ist. Nun ist der Mond nicht nur gewissermaßen der Spiegel des Sonnenhaften im Universum, sondern er ist überhaupt ein Spiegel für alles dasjenige, was strahlend auf ihn auftreffen kann, nur daß das Sonnenlicht dabei das allerstärkste ist. Aber alles, was an Weltenkörpern im Universum vorhanden ist, strahlt nach dem Monde, und der Mond strahlt wie ein Spiegel des Gesamtuniversums dieses Universum bildhaft nach allen Seiten wiederum zurück. So daß man sagen kann: Man hat das Universum eigentlich, wenn man es anschaut, doppelt vor sich, einmal, wie es in der Umwelt der Erde sich offenbart, und einmal, wie es zurückgestrahlt ist vom Monde. - Die Sonnenstrahlen wirken mächtig. Sie wirken mächtig auch in ihrer Rückstrahlung vom Monde. Aber auch alles übrige, was im Universum räumlich strahlend sich offenbaren kann, wird vom Monde zurückgestrahlt, und man hat außer dem, was sich im Universum offenbart, noch diese Rückstrahlung des Universums vom Monde.
Derjenige, der alle Einzelheiten des Mondes würde beobachten können, der, mit anderen Worten, ein Auge hätte für die Spiegelbilder, die der Mond nach allen Seiten vom Universum entwirft, der würde vom Monde her gespiegelt haben das ganze Universum. Nur allein dasjenige, was innerhalb des Mondes ist, das bleibt - wenn ich mich so ausdrücken darf - Geheimnis des Mondes, das bleibt verborgen, wie das, was hinter dem Spiegel steht, verborgen bleibt. Was hinter der Oberfläche des Mondes, also im Innern des Mondes selber drinnen ist, das ist vor allen Dingen bedeutsam durch seine geistige Seite.
Die geistigen Wesenheiten, welche dieses Innere des Mondes bewohnen, sind Wesenheiten, die sich im strengsten Sinne von dem übrigen Universum abschließen. Sie leben wie in der Mondenfestung. Und nur derjenige, welcher es dahin bringt, zu dem Sonnenlichte eine solche Verwandtschaft zu bekommen, gewisse Eigentümlichkeiten des menschlichen Herzlebens so zur Entwickelung zu bringen, daß er die Rückstrahlung vom Monde nicht sieht, für den wird der Mond gewissermaßen seelisch durchsichtig, und er kann in diese Mondenfestung des Universums eindringen. Und er macht dann eine bedeutungsvolle Entdeckung. Er macht die Entdeckung, daß durch die Aussagen, durch die Lehren derjenigen Wesenheiten, die sich in voller Abgeschlossenheit wie zurückgezogen haben in diese Mondenfestung des Universums, wiederum geoffenbart werden können gewisse Geheimnisse, welche die Erde einmal besessen hat in ihren auserlesensten Geistern, die sie aber verloren hat.
Und wenn wir heute zurückgehen in der Erdenentwickelung, so finden wir, daß, je weiter wir zurückgehen, wir desto weniger auf die abstrakten Wahrheiten treffen, die den Stolz der gegenwärtigen Menschheit ausmachen, aber wir kommen immer mehr und mehr auf Bildwahrheiten. Wir ringen uns dann durch die innerlich bedeutungsvollen Wahrheiten durch, die noch aufgeschrieben sind, die als ein letzter Nachklang der orientalischen Weisheit zum Beispiel in den Veden und im Vedanta erglänzen, wir ringen uns da durch zu den Uroffenbarungen der Menschheit, welche noch hinter den Mythen und Sagen liegen, und kommen zunächst voller Ehrfurcht und voller Erstaunen dazu, anzuerkennen, wie die Menschheit einmal eine großartige Weisheit besessen hat, die sie, ohne Anstrengung des Verstandes, als eine Gnade der geistigen Weltenwesen erhalten hatte.
Und wir werden zuletzt zurückgeführt zu all dem, was einmal diese Wesenheiten den damals schon auf Erden vorhandenen Urmenschen lehren konnten, die sich nun in die Mondenfestung des Universums zurückgezogen haben, die mit dem Monde hinausgegangen sind aus der Erde. Die Menschen haben dann die Erinnerung bewahrt an dasjenige, was einstmals diese Wesenheiten geoffenbart hatten den ältesten Urvölkern der Menschheit, die noch etwas ganz anderes in ihrem Wesen hatten als die heutige menschliche Gestalt.
Aber wenn man dieses Geheimnis - ich möchte es das Mondengeheimnis des Universums nennen - durchdringt, wird man gewahr, wie diese Wesenheiten, die heute in der Mondenfestung des Universums sich verankert haben, einmal die großen Lehrer der Erdenmenschheit waren, und wie die Erdenmenschheit verloren hat gerade dasjenige, was heute an Geistigem und Seelischem in dieser Universumsfestung verborgen liegt. Denn was der Erde noch zukommt vom Universum, es ist ja durchaus nur dasjenige, was die Außenfläche, gewissermaßen die Mauern dieser Festung zurückstrahlen von dem übrigen Weltenall.
Es gehört dieses Mondengeheimnis zu den tiefsten Geheimnissen des alten Mysterienwesens. Denn was der Mond in seinem Innern enthält, das ist sozusagen die Urweisheit. Dasjenige aber, was der Mond zurückzustrahlen vermag aus allem Universum, das ist, was die Summe von Kräften bildet, welche unsere Tierwelt der Erde unterhalten, namentlich jene, die zusammenhängen mit der Geschlechtlichkeit der Tierwelt, die auch das Tierisch-Physische am Menschen unterhalten und zusammenhängen mit der physisch-sinnlichen Geschlechtlichkeit des Menschen. So daß die niedere Natur des Menschen ein Geschöpf ist desjenigen, was der Mond ausstrahlt, und das Höchste, was einmal die Erde besessen hat, in der Mondenfestung innerlich geborgen ist.
In dieser Weise gelangt man durch eine solche Betrachtung allmählich heran an eine Kenntnis der Individualität des Mondes, an eine Kenntnis desjenigen, was er eigentlich ist, während alle andere Erkenntnis eben nur eine solche ist, die man erhalten würde von einem Menschen, wenn man einen Abdruck von ihm in Papiermaché in einem Panoptikum fände. Man würde nichts wissen von der Individualität des Menschen, wenn man diesen Abdruck betrachtete. Ebensowenig weiß eine Wissenschaft, die nicht an die Initiation heran will, irgend etwas von der Individualität des Mondes.
Ein zweites Jahr beginnt. Dank an alle Beteiligten!