Skorpion | 23. Oktober - 21. November


Astrologisch Skorpion, Astronomisch Waage, Voradventszeit/ 1. Nachtfarbe: dunkellila/ Bezug: Lebenssinn/ 23.10. – 22.11.(23.10. - 21. 11.)
1. Mir fehlet meines Wollens Kraft.
2. Es möchte des guten Sinn wirken.
3. Ich sehe eine Welt die sich vernichtet.
4. In der Vernichtung muß ich das Werdelicht mir suchen.
5. Es breitet in mir sich die Finsternis.
6. Ersterbend die Welt im Menschen-Sein.
7. Wie finde ich in meinem Dunkel die Welt?

Oktober/ November
Und nun kommen wir zu der Zeit vom 23. Oktober bis etwa 23. Oder 24. November. Das ist die Zeit, wo alles uns anleiten kann, die folgende Meditation durchzumachen: Wir haben uns tief eingefühlt erstens in das Wachsen und Reifen, dann aber auch in das, was Niedergang des Wachsens und Reifens ist und das Herankommen der Gaben aus dem Niedergang heraus. Wir haben gelernt, das alles auf unser eigenes Innere anzuwenden. Wir leben gewissermaßen die Natur mit und können jetzt als erstes das Empfinden haben, wie in uns sich auch eine solche Kraft  regen will wie diejenige, die uns die Erntegaben zubringt. Aber gerade jetzt, wenn wir noch einen lebhaften Nachklang haben, können wir fühlen gegenüber der niedergehenden Natur, wie unser Wille ohne Antrieb ist. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
1. Der Wille ist ohne Antrieb
Man fühlt, in den Willen soll das Moralische hinein. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
2. Das Moralische will den Willen ergreifen
Jetzt kann man sich vorbereiten zu derjenigen Stimmung, in der man eigentlich erst Christi Willen findet. Man kann sich sagen: Ich sehe die Welt rundumher, aber das, was ich sehe, ist nicht die Welt. Ich suche eine wirkliche Welt. Die Welt ist eine verfallende Welt; das, was ich sehe, ist nicht die Welt. – Man muß jetzt schon den Mut bekommen haben, die Welt woanders zu finden als in dem, was man sieht und hört und mit den anderen Sinnen wahrnimmt. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
3. Das, was ich sehe ist nicht die Welt
Man muß den Mut bekommmen, die Sonne nicht da sehen zu wollen, wo das im Aril der Fall war, den Geist nicht da wahrzunehmen, wo er sprosst und sprießt, sondern im Finstern, im Tode muß ich die Sonne suchen. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
4. Im Finstern, im Tode muß ich die Sonne suchen
Dadurch aber wird man sich selbst im Finstern fühlen können. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
5. Der Mensch ist selber im Finstern
Man fühlt, während man früher sich mit der Welt gefühlt hat, jetzt die Welt ersterben. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
6. Im Menschen erstirbt die Welt
Alles kann sich jetzt zusammenballen in die Frage (Es wird an die Tafel geschrieben:)
7. Wie lebt im Menschen die Welt wieder auf?
 Dann kann die Adventstimmung kommen, die ich am Vormitag als die erste charakterisiert habe, die da beginnt mit der Empfindung des Wortes, mit der Empfindung des Logos. Wir sind wirklich durch die Jahresstimmungen hindurchgekommen, um wiederum ein Jahr reifer dasjenige empfinden zu können, was der Logos ist, und wir können nunmehr in der Adventszeit die Stimmung entwickeln, die der Weihnachstszeit entgegengehen soll.


​​​​​​​