Krebs | 21. Juni - 22. Juli


Astrologisch Krebs, Astronomisch Zwillinge, Johanneszeit/ Sommer/ 4. Tagesfarbe: grün/Bezug: Hörsinn/
21.6. – 20.7.(22.6. - 22.7.)

1. Im Raumes- und im Zeiten-Werden webt der Geist.
2. In des Stoffes Finsternis kraftet bildgestaltend Geist.
3. Es wachet Wesen im Schlaf der Sinneswelt.

Johannizeit, Juni/ Juli
Wir kommen nun zur sogenannten Johannizeit Juni Juli. Wir haben in einer gewissen Weise das meditativ absolviert, was  wir doch in hohem Grade mit uns als Menschen selber abmachen müssen. Wir sind jetzt reif, uns zu versenken in dasjenige, was um uns herum vorgeht, und dazu werden wir wohl aufgefordert durch das, was sich schon vorbereitet hat in der Außenwelt. Meine lieben Freunde, wir können das, was in der Außenwelt vorgeht und sich vorbereitet hat, so ansehen, dass unser inneres Auge nicht geistig sonnenhaft ist; dann sehen wir die im Frühling vorbereitete Pflanzenwelt hineinragen in die Reifung der Hochsonne, aber wir empfinden nicht konkret und deutlich genug den Geist im Werden. Nur wenn wir alles das zur Ausbildung  unseres Geistes auch mitgebracht haben, bis in die Junizeit, dann erleben wir auch den Geist im Werden. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
1. Geist im Werden
Und wenn wir den Geist im Werden erleben, dann setzt sich uns gewissermaßen alles Sein fort, wir fühlen gewissermaßen, wenn wir über die Saat schauen, wie die Saat nicht bloß bei ihrer oberen Frucht abschließt, sondern die Kraft in sich trägt, die wir geistig fühlen, weiter emporzuschießen. Und wir fühlen, wie die lange  Helle der Nacht dieser Zeit die Kraft in sich trägt, geistig noch heller zu werden. Daß das Wachsen der Helle der Nacht bleiben könne bis zu dem Zeitpunkt, wo der eigentliche Sommer beginnt, wandelt sich uns in ein langes Werdewachsen des Universums. Wir fühlen, das dasjenige, was nur von der Welt empfunden werden konnte in der vorchristlichen Zeit, das das in der nachchristlichen Zeit, wenn wir uns in der richtigen Weise zu Christus verhalten können, sich verwandelt in das Schauen des Geistes im Werden, (in das Wachsen) des Lichtes in der Finsternis. Dasjenige, was wir für den Christus in uns ausgebildet haben, trägt sich auch hinein in die Natur. Wir empfinden auch in der Natur draußen das Licht als Geistiges in der Finsternis. Uns werden aus demjenigen, was wir so empfinden in dem Fortsetzen  der Wachstumskraft in den Pflanzen, in der Fortsetzung des Lichtwerdens, Bilder zuteil, die wie in der Welt verborgen sind, die wir erfassen in dem imaginativen Leben.
Uns wird die Kraft uns in Bildern auszusprechen. Wir lernen befolgen die Pfingstaufforderung, wir lernen predigen. Wir lernen predigen, indem wir die Natur geistig durchdringen lernen. Wir lernen predigen, indem wir das tiefe Gefühl gegenüber der Natur entwickeln, indem wir uns sagen können: Die Pflanzen hören nicht dort auf zu wachsen, sondern das Geistige ragt über ihr physisches Wachstum hinaus. Das Licht leuchtet  auch da, wo es sich wiederum zum Abnehmen wendet, wir verstehen das Johannes Wort: Ich werde abnehmen, du aber wirst wachsen. – Wir haben also eine Empfindung für das Licht in der Finsternis, für das Werden im Sein. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
2. Licht in de Finsternis. Werden im Sein.
Wir fühlen um uns herum die Natur und werden uns bewusst, dass das, was wir um uns herum fühlen, wohinein wir durch unser Geistauge den Geist tragen, eine Verwandtschaft hat mit unserem Schlafen, das wir aber, wenn  wir unser Schlafen erleben, bewusstlos sind, und wir, indem wir hinausschauen(in die Natur), das wachende Schlafen der Natur empfinden. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
3. Wachendes Schlafen in der Natur
Und wir empfinden, meine lieben Freunde, wie dasjenige, was der Christus Impuls war, nun tatsächlich auch hineingetragen werden kann in die Anschauung der äußeren Welt. Dazu ist die heutige Zeit reif, denn die heutige Zeit muß eine Christus-los gewordene Naturwissenschaft zu vergeistigen, zu verchristen in der Lage sein; sonst entsteht keine Neubildung der Religion. Indem in der alten Kirche dieser Gang durch das Jahr beschrieben worden ist, hört es auf. Damals war noch nicht die Zeit gekommen, wo es möglich war, den Christus-Impuls hinauszutragen in die äußere natürliche Welt. Sehen Sie, wie dasjenige, was in einer gewissen Fülle gegeben war für die vorhergehende Zeit, übergeht in etwas, das nun wie gar keine Beziehung mehr hat zu der Zeitentwickelung. Sie müssen anfangen – wenn Sie bei der alten Kirchenentwickelung stehen bleiben -, etwa das zu tun, was die katholische Kirche tut, wenn sie das Evangelium entwickelt hat bis zur Pfingstzeit  hin und es hinausentwickelt in die Johannizeit hinein; sie müssen sich halten an die Feste der Apostel, sie müssen sich halten an die Feste der Heiligen, an die Feste Mariä, sie müssen sich halten an die Apostelgeschichte, sie müssen sich halten an die Paulus-Briefe. Aber sie haben im Grunde genommen auch da jene innerste Beziehung nicht zu dem, was eigentlich erst hier auftritt und in der folgenden Zeit immer weiter und weiter vertieft. Paulus, der Heidenapostel, hatte die Heidenanschauung, die sich auf die Natur bezog, zu verbinden mit der Judenanschauung, die sich auf das Innere des Menschen bezog. Wenn wir daher in dieser Zeit ganz besonders tief empfinden: Wie war das Bewusstsein des Johannes als des Vorläufers des Christus Jesus, wie hat er den Christus erlebt, und wie hat er vor allen Dingen sein eigenes Handeln in Bezug auf die Erscheinung des Christus ausgedrückt? Wenn wir dann den Übergang finden zu der Frage: Wie war das Leben des Paulus zu dem lebendigen Christus? – und wenn wir uns den Vergleich ziehen in dieser Johannizeit zwischen Johannes und Paulus, dann leiten wir in der richtigen Weise hinüber zu der eigentlichen Paulus-Aufgabe , die deshalb so empfunden wird, weil sie in ihrer Zeit hat gar nicht hat erfüllt werden können. Aber, meine lieben Freunde, wir kommen hier nicht weiter, wir haben nur drei Punkte, während wir früher auf eine ganz natürliche Weise sieben Punkte bekamen. Und wir müssen uns auch für die Johannizeit mit der inneren Ausgestaltung, mit der meditativen Ausgestaltung dieser drei Punkte durchaus begnügen, wir müssen dasjenige, was der Geist  in größerer Lebendigkeit gibt, fühlen, wie es sich, ich möchte sagen, ins Weite dehnt, aber dadurch auch weniger Inhalt hat als dasjenige, was im Vorangehenden für den Geist sich uns ergibt. Wer daher schematisch dasjenige fortsetzen wollte, was ich angegeben habe, der würde nicht in die richtigen Handhabung  desjenigen kommen können, was ich eigentlich bezeichnen muß für den meditativen Inhalt der Johannizeit für den Seelsorger.
Wir  kommen aus einer Zeit, zu der wir individuell ein Verhältnis schaffen müssen. Wir sind dann reif uns in das Umgebende zu versenken. Wir erleben das Hereinragen der Frühlingswelt in die Reifung des Hochsommers als Geist im Werden.
Die Saat schließt aber nicht bei der oberen Frucht ab, sondern trägt eine Kraft in sich, die wir weiter emporschießen fühlen. Zusätzlich empfinden wir die lange Helle der Nacht als geistig noch heller werdend. Wegen der nachchristlichen Zeit wird aus dem Geist im Werden-Licht in der Finsternis. Die Natur um uns erscheint dem Geistesauge aber als wachendes Schlafen.  Der Christus Impuls will in die äußere Welt hineingetragen werden.