Der ätherische Christus


Andere Impulse hat der Mensch entwickelt unter Menschen, und andere, als er unter Göttern lebte. Das hat eine höhere Erkenntnis immer gewußt. Es blickte eine solche Erkenntnis zurück in jene alten Zeitalter, in denen die Menschen sozusagen im unmittelbaren Verkehr mit göttlich-geistigen Wesenheiten waren. Und unmittelbarer Verkehr mit den göttlich-geistigen Wesen, der wirkte so, daß die Seele sich zugehörig fühlte zur göttlich-geistigen Welt. Das erzeugte aber auch Impulse, Kräfte in der Seele, die in ganz anderem Sinne noch göttlich-geistig waren, als die heutigen Kräfte es sind. Da wo die Seele so wirkte, daß sie sich als zugehörig zu der höheren Welt fühlte, da, aus dieser Seele sprach auch ein Wille, der aus der göttlich-geistigen Welt stammte, von dem man sagen konnte, er sei eingeflößt, dieser Wille, weil die Seele unter Göttern lebte.
Von diesem Zeitalter, wo der Mensch noch eins war mit den göttlich-geistigen Wesenheiten, von diesem Zeitalter sprechen solche Erkenntnisse als von dem goldenen Zeitalter oder Krita Yuga. Das ist also ein altes Zeitalter, dessen wesentlichen Verlauf wir sogar noch vor der atlantischen Katastrophe suchen müssen. Dann kommt ein nächstes Zeitalter, wo die Menschen nicht mehr so stark wie in dem Krita Yuga ihren Zusammenhang fühlten mit der göttlich-geistigen Welt, wo sie nicht mehr so sehr ihre Impulse bestimmt fühlten durch das Zusammenleben mit den Göttern, wo auch ihr Blick sich schon mehr verdunkelte gegenüber dem Geist und der Seele. Aber noch hatten sie eine Erinnerung an das Zusammenleben mit den Geistern und Göttern. Das war im alten Indien der Fall. Die Seelen im alten Indien sahen zwar nicht mehr die Götter selber, aber noch geistige Tatsachen und niedrigere geistige Wesenheiten.
Die Willensimpulse aus der göttlich-geistigen Welt waren schon hingeschwunden. Dafür aber gab es noch die Möglichkeit, wenigstens in besonderen Bewußtseinszuständen einen Einblick in die geistigen Tatsachen zu gewinnen: im Schlafen und in den erwähnten Zwischenzuständen. Aber die wichtigsten Tatsachen dieser geistigen Welt, die vorher noch wie ein Miterleben da waren, die waren jetzt nurmehr da wie eine Art Erkenntnis der Wahrheit, wie etwas, was die Seele zwar noch genau wußte, was aber nur noch wie eine Erkenntnis, wie eine Wahrheit wirkte.
Dann aber kamen die Zeitalter derjenigen Inkarnationen oder Verkörperungen, wo sich der Blick des Menschen gegenüber der geistigen Welt immer mehr abschloß, wo er immer mehr und mehr hingeordnet wurde auf die unmittelbar äußere Sinneswelt, dafür aber auch befestigt wurde in dieser Sinneswelt, wo das innerliche Ich-Bewußtsein, das Menschheitsbewußtsein immer mehr und mehr hervortrat. Dieses Zeitalter, man nennt es das eherne Zeitalter
Dann kam aber ein anderes Zeitalter, ein Zeitalter, in dem auch dieses Vertrautsein mit der geistigen Welt aufhört, wo sozusagen sich die Tore zuschließen gegenüber der geistigen Welt. Der Blick der Menschen wurde da immer mehr und mehr beschränkt auf die äußere sinnliche Welt und den Verstand, der die Eindrücke der Sinne verarbeitet, so daß die Menschen über die geistige Welt nur noch nachdenken konnten. Das ist die niedrigste Art, etwas über die geistige Welt zu wissen. Das, was die Menschen jetzt noch wirklich wußten aus ihrem eigenen Erleben heraus, das ist die sinnlich-physische Welt. Wollten die Menschen etwas wissen über die geistige Welt, so mußten sie dies durch ihr Nachdenken erreichen.
Dieses letztere Zeitalter nennt man das finstere Zeitalter.
Kali Yuga, finsteres Zeitalter, beginnt etwa im Jahre 3101 vor unserer Zeitrechnung.



Da sehen, wir, daß tatsächlich unsere Seelen mit jeder neuen Verkörperung in immer neue Verhältnisse hineinkommen, in denen immer Neues gelernt werden kann. Was wir im Kali Yuga gewinnen können, das ist, uns in unserem Ich-Bewußtsein zu festigen.
Das also wollen wir vor unsere Seele rücken, daß während der Kali Yuga-Epoche, dem Finsteren, etwas sehr Wesentliches geschehen ist, indem sozusagen die Tore zugemacht worden sind gegenüber der geistigen Welt. Das war auch jenes Zeitalter, in dem der Täufer Johannes wirkte und in dem wirkte der Christus. Für diese Zeit, die ja schon 3100 Jahre hatte hingehen sehen von dem finsteren Zeitalter, war wesentlich, daß die Menschen alle schon mehrere Male, wenigstens ein- bis zweimal dagewesen waren in diesem finsteren Zeitalter. Das Ich-Bewußtsein hatte sich gefestigt, die Erinnerung an die geistige Welt hatte sich verflüchtigt,
und die Menschen mußten lernen, wenn sie nicht den Zusammenhang mit der geistigen Welt vollständig verlieren wollten, dieses Geistige in ihrem Ich zu erleben.
Sie mußten ihr Ich so entwickeln, daß dieses Ich in seinem Inneren wenigstens gewiß sein konnte,
daß es eine geistige Welt gibt und daß der Mensch dieser geistigen Welt angehört, und daß es höhere geistige Wesenheiten gibt.
Das Ich mußte sich fähig machen, eine innere Empfindungsmöglichkeit, Glaubensmöglichkeit an die geistige Welt zu haben.
Wenn jemand in der Zeit des Christus Jesus ausgesprochen hätte, was eigentlich die Wahrheit in der damaligen Zeit gewesen ist, so hätte er sagen können: Das Himmelreich konnten die Menschen früher außerhalb ihres Ich, in jenen geistigen Fernen erleben, die sie erreichten, wenn sie aus sich herausgingen. Fern vom Ich mußte der Mensch die Reiche der Himmel, die Reiche der geistigen Welt erleben.
Jetzt kann er diese Reiche der Himmel nicht so erleben, jetzt ist der Mensch so viel anders geworden,
daß das Ich in sich diese Reiche erleben muß.
Diese Reiche der Himmel sind so weit an den Menschen herangekommen, daß sie in das Ich hereinwirken.
Und das hat Johannes der Täufer den Menschen gesagt: «Die Reiche der Himmel sind nahe herbeigekommen», das heißt, nahe an das Ich herangekommen. Früher waren sie außerhalb des Menschen, jetzt mußte er in seinem allernächsten Wesen, in dem Ich, das nahe herbeigekommene Reich der Himmel begreifen.
Und weil der Mensch nicht mehr hinausgehen konnte in diesem finsteren Zeitalter, dem Kali Yuga, aus der Sinneswelt in die geistige Welt, deshalb mußte das göttliche Wesen, der Christus, bis in die physisch-sinnliche Welt heruntersteigen. Das ist der Grund, warum der Christus bis in einen fleischlichen Menschen, in den Jesus von Nazareth heruntersteigen mußte, damit durch die Anschauung des Lebens und der Taten des Christus auf der physischen Erde die Menschen im physischen Leibe den Zusammenhang gewinnen konnten mit den Reichen der Himmel, der geistigen Welt.
So daß wir also in der Zeit, als der Christus auf der Erde gewandelt ist, ein Zeitalter haben mitten drinnen im Kali Yuga, im finsteren Zeitalter, wo die Menschen, die nicht finster und dumpf dahinlebten, sondern ihre Zeit begriffen haben, sich sagen konnten: Es ist eine Notwendigkeit, daß der Gott heruntersteigt zu den Menschen, damit wiederum ein Zusammenhang gewonnen wird mit der geistigen Welt, der verloren war.
Würden dazumal keine Menschen dagewesen sein, die das verstanden hätten, die einen lebendigen Gemütszusammenhang gefunden hätten mit dem Christus, dann hätten die Menschen eben ihren Zusammenhang mit den geistigen Welten allmählich verloren, sie hätten in ihr Ich nicht aufgenommen den Zusammenhang mit den Reichen der Himmel.
Sollte es nicht auch heute möglich sein, daß unendlich Wichtiges vorgeht und die Menschen es nur nicht in ihr Bewußtsein aufnehmen ?
So ist es! Denn Wichtigstes geht vor, doch geht es nur für den geistigen Blick wahrnehmbar vor.
Die ersten Anzeichen von diesen neuen Seelenfähigkeiten, die werden sich in vereinzelten Seelen schon verhältnismäßig bald bemerkbar machen. Und sie werden sich deutlicher zeigen in der Mitte der dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts, ungefähr in der Zeit zwischen 1930 und 1940. Die Jahre 1933, 1935 und 1937 werden besonders wichtig sein. Da werden sich am Menschen ganz besondere Fähigkeiten als natürliche Anlagen zeigen. In dieser Zeit werden große Veränderungen vor sich gehen und Prophezeiungen der biblischen Urkunden sich erfüllen. Da wird sich alles für die Seelen verändern, die auf der Erde weilen und auch für diejenigen, die nicht mehr im physischen Leibe sind. Gleichgültig, wo sie sind, diese Seelen, sie leben eben ganz neuen Fähigkeiten entgegen. Alles ändert sich. Das wichtigste Ereignis unserer Zeit aber ist eine tief einschneidende Änderung in den Seelenfähigkeiten der Menschen.
Es beginnen die Menschenseelen jetzt neue Fähigkeiten zu entwickeln, jene Fähigkeiten, welche, weil eben das Zeitalter dafür da ist, wie von selber heraustreiben werden aus den Seelen gewisse hellseherische Kräfte, jene hellseherischen Kräfte, die während des Kali Yuga eben hinuntertauchen mußten ins Unbewußte. Da wird es eine Anzahl von Seelen geben, die das merkwürdige Ereignis erleben werden,

daß sie das Ich-Bewußtsein haben werden, aber neben diesem wird es für sie so sein, wie wenn sie in einer Welt lebten, die eigentlich eine ganz andere Welt ist als diejenige

ihres gewöhnlichen Bewußtseins: es wird sein wie schattenhaft, wie eine Ahnung, wie wenn ein Blindgeborner operiert wird. Durch dasjenige, was wir Geisteswissenschaft nennen, werden diese hellseherischen Fähigkeiten noch viel besser erlangt werden.
Das wird aber, weil die Menschen fortschreiten, in den allerersten Anfängen,
in den elementarsten Stufen
durch die selbsttätige natürliche Entwickelung in der Menschheit auftreten.
Nun könnte es aber sehr leicht sein - und viel leichter könnte es jetzt sein als jemals früher -, daß die Menschen in unserem Zeitalter überhaupt nicht in der Lage wären, so etwas, dieses für die Menschheit wichtigste Ereignis zu begreifen.
Es könnte sein, daß die Menschen überhaupt nicht imstande wären zu begreifen, daß das ein wirkliches Hineinschauen in eine geistige Welt ist, wenn auch schattenhaft und matt nur noch.
Es könnte zum Beispiel so sein, daß die Bosheit, der Materialismus so groß wären auf der Erde, daß die Mehrheit der Menschen nicht das geringste Verständnis zeigte, und jene Menschen, die dieses Hellsehen haben werden, als Narren betrachten und in die Irrenhäuser stecken würde unter die andern hinein, die in verworrener Weise ihre Seelen entwickeln.

Also es könnte dieses Zeitalter sozusagen an den Menschen spurlos vorübergehen, obwohl wir auch heute ertönen lassen den Ruf, wie ihn damals Johannes der Täufer als der Vorläufer des Christus und der Christus selbst haben ertönen lassen:
Ein neues Zeitalter ist herbeigekommen, wo die Menschenseelen einen Schritt hinaufmachen müssen in die Reiche der Himmel!
Es könnte sehr leicht sein, daß ohne Verständnis der Menschen das Große vorüberginge.
Wenn dann in den Jahren 1930 bis 1940 die Materialisten triumphieren würden und sagen:
Nun ja, es hat sich zwar eine Anzahl von Narren ergeben, aber nichts von dem erwarteten großen Geschehen -, so wäre das gar kein Beweis gegen das Gesagte.
Würden sie triumphieren und würde die Menschheit an diesen Ereignissen vorübergehen, so wäre das ein Unglück für die Menschheit. Wenn sie auch nicht bemerken könnte das Große, was eintreten kann, geschehen wird es deshalb doch.
Was eintreten kann, das wird das sein, daß die Menschen die neue Fähigkeit eines Wahrnehmens im Ätherischen werden erlangen können - eine gewisse Anzahl von Menschen wenigstens zunächst -,

In dieser Zeit dürfen die Menschen die Gelegenheit nicht versäumen. Ein Versäumnis aber wäre ein großes Unglück, und die Menschheit müßte dann warten auf später, um das Versäumte nachzuholen, um die neue Fähigkeit noch nachträglich zu entwickeln.
Es wird die Fähigkeit sein, daß die Menschen in ihrer Umgebung etwas sehen werden von dem Ätherischen, das sie normalerweise bisher nicht wahrnehmen konnten. Jetzt sieht der Mensch nur den physischen Leib des Menschen, dann aber wird er imstande sein,
den Ätherleib wenigstens wie ein schattenhaftes Bild zu sehen

und auch aller tieferen Ereignisse Zusammenhang im Ätherischen zu erleben.
Sie werden Bilder und Ahnungen haben von Ereignissen in der geistigen Welt und erleben, daß sich solche Ereignisse in drei bis vier Tagen dann auf dem physischen Plan erfüllen.
Sie werden gewisse Dinge in ätherischen Bildern sehen und dann wissen: morgen oder in einigen Tagen geschieht dieses oder jenes.
Solche Umänderungen der menschlichen Seelenfähigkeiten werden kommen.
Etwas, was man als ein Äthersehen bezeichnen kann, wird kommen.
Und was ist damit verknüpft? Nun, diejenige Wesenheit, die wir den Christus nennen, die war einmal im Fleische auf der Erde im Beginne unserer Zeitrechnung. In einem solchen physischen Leibe wird sie nicht mehr kommen, denn das war ein einmaliges Ereignis.
Aber in der ätherischen Gestalt wird der Christus wiederkommen in den genannten Zeiten. Da werden die Menschen wahrnehmen lernen den Christus, indem sie durch dieses Äthersehen hinaufwachsen werden zu ihm, der nun nicht mehr heruntersteigt bis zum physischen Leib, sondern bloß bis zum Ätherleib.
Die Menschen werden also hinaufwachsen müssen zu einem Wahrnehmen des Christus.
Denn wahr ist der Ausspruch, den der Christus getan hat: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Erdenzeiten.» Er ist da, er ist in unserer geistigen Welt,
und besonders Begnadete, die können ihn immer wahrnehmen in dieser geistig-ätherischen Welt.
Derjenige, der durch solche Wahrnehmung besonders überzeugt worden ist, war Paulus, im Ereignis von Damaskus.
Als natürliche Fähigkeit aber wird dieses Äthersehen ausgebildet werden bei einzelnen Menschen.
Ein Ereignis von Damaskus, ein Paulus-Ereignis zu erleben, wird mehr und mehr möglich werden den Menschen der kommenden Zeit.
So erfassen wir jetzt Geisteswissenschaft in einem ganz andern Sinn. Wir lernen, daß sie etwas ist, was uns eine ungeheure Verantwortung auferlegt, denn sie ist eine Vorbereitung auf das ganz konkrete Geschehen des Wiedererscheinens des Christus. Der Christus wird wiedererscheinen deshalb, weil die Menschen sich zu ihm hinaufheben werden im Äthersehen.
Wenn wir das erfassen, dann erscheint uns Geisteswissenschaft als die Vorbereitung der Menschen auf die Wiederkunft des Christus, damit das Unglück nicht eintritt, daß sie dieses große Ereignis übersehen, sondern reif werden, den großen Moment zu erfassen, den man als das Wiederkommen des Christus bezeichnen kann. Der Mensch wird fähig werden,
Ätherleiber zu sehen,
und er wird fähig sein, unter diesen Ätherleibern auch den Ätherleib des Christus zu sehen,
 das heißt, in eine Welt hineinzuwachsen, in der ihm für seine neuerwachten Fähigkeiten der Christus erscheinen wird.
Es wird dann nicht mehr nötig sein, das Dasein des Christus aus allerlei Urkunden zu beweisen, sondern es wird dann Augenzeugen für die Gegenwart des lebendigen Christus geben, solche, die ihn in seinem Ätherleib erleben werden.
Und sie werden an diesem Erlebnis lernen, daß diese Wesenheit dieselbe ist, die im Beginn unserer Zeitrechnung das Mysterium von Golgatha vollbracht hat, daß es der Christus ist.
Gleich wie der Paulus dazumal bei Damaskus überzeugt ward: Das ist der Christus - so wird es Menschen geben, die sich durch ihr Erleben im Ätherischen überzeugen werden, daß der Christus wirklich lebt.
Das ist das größte Geheimnis unseres Zeitalters: das Geheimnis von dem Wiederkommen des Christus, und so nimmt es sich in seiner wahren Gestalt aus.
Aber der materialistische Sinn, der wird sich in einer gewissen Weise dieses Ereignisses bemächtigen.
Es wird zwar das, was jetzt gesagt worden ist, daß alle wirklichen geistigen Erkenntnisse auf dieses Zeitalter hinweisen, in den nächsten Jahren noch oft verkündigt werden;
aber der materialistische Sinn verdirbt heute alles, und so wird es kommen, daß dieser materialistische Sinn sich nicht wird vorstellen können, daß die Seelen der Menschen werden hinaufwachsen müssen zum Ätherschauen und damit zum Christus im Ätherleibe.
Der materialistische Sinn wird so dieses Ereignis sich vorstellen, daß er denkt, der Christus steige im Fleische herunter, werde sich inkarnieren im Fleische. Eine Anzahl von Menschen wird es geben, die in ihrem maßlosen Hochmut das benützen und sich ausgeben werden unter den Menschen als der wiederverkörperte Christus.
Falsche Christusse wird uns daher das nächste Zeitalter bringen können.
Geisteswissenschafter aber sollten Menschen sein, welche für das geistige Leben so reif sein werden, daß sie nicht verwechseln das Wiederkommen des Christus in einem geistigen Leibe, wahrnehmbar nur für ein höheres Schauen, mit einem solchen im physischen Fleische.
Das wird eine der furchtbarsten Versuchungen sein, die an die Menschheit herantreten werden. Die Menschheit über diese Versuchung hinauszuführen, das wird die Aufgabe sein derjenigen, die durch Geisteswissenschaft lernen, sich wirklich zu erheben zu der Erfassung des Geistes, die den Geist nicht herunterholen wollen in die Materie, sondern selbst hinaufsteigen in die geistige Welt.
So dürfen wir also sprechen von dem Wiederkommen des Christus und davon, daß wir uns hinauferheben zu dem Christus in die geistige Welt durch die Aneignung des ätherischen Schauens.
Der Christus ist immer da, aber er ist in der geistigen Welt. Und wir können ihn erreichen, wenn wir uns in sie erheben. Und alle Lehre sollte sich in uns in den starken Wunsch umwandeln, dieses Ereignis an der Menschheit nicht spurlos vorübergehen zu lassen, sondern in der Zeit, die uns zur Verfügung steht, allmählich eine Menschheit heranzubilden, die reif sein möge, diese neuen Fähigkeiten in sich auszubilden und sich damit erneut mit dem Christus zu verbinden.
Denn sonst müßte die Menschheit dann lange, lange warten, bis ihr wieder solch eine Gelegenheit gegeben werden könnte.
Lange Zeit müßte sie warten: bis zu einer Wiederverkörperung der Erde.
Ginge die Menschheit vorüber an diesem Ereignis der Wiederkunft des Christus, dann würde das Anschauen des Christus im Ätherleibe auf diejenigen beschränkt werden, welche sich durch eine Schulung willig erweisen, sich zu einem solchen Erleben zu erheben.
Das Große aber, daß für die allgemeine Menschheit, für alle Menschen diese Fähigkeiten errungen würden, daß dieses große Ereignis verstanden würde durch die natürlich entwickelten Fähigkeiten aller Menschen, das würde für lange, lange unmöglich.
So sehen wir, daß es schon etwas gibt in unserem Zeitalter, was das Dasein und Wirken der Geisteswissenschaft in der Welt rechtfertigt. Es ist nicht nur die Befriedigung theoretischer Bedürfnisse, wissenschaftlicher Neugierde, worum es ihr geht. Geisteswissenschaft bereitet die Menschen vor auf dieses Ereignis, sie vorbereitet, in der richtigen Art sich hineinzustellen in die Zeit und mit heller Verstandes- und Erkenntnisklarheit zu sehen, was wirklich da ist,
aber vorbeigehen könnte an den Menschen, ohne daß sie es zur Frucht machen könnten: darum geht es!
Es wird äußerst wichtig sein, dieses Ereignis der Christus-Erscheinung zu erfassen.
Denn diesem werden andere Ereignisse nachfolgen, wie dem palästinensischen Christus-Ereignis andere Geschehnisse vorausgegangen sind.
So werden diejenigen, die jenes prophetisch vorherverkündigt haben, auch nach dem charakterisierten Zeitalter, nachdem er selber wieder der Menschheit sichtbar geworden sein wird im Ätherleibe, ihm nun Nachfolger werden: jene, die ihn früher vorherverkündigt haben.
Alle diejenigen, die ihn vorbereitet haben, sie werden in einer neuen Gestalt erkennbar werden denen, die durch das neue Christus-Ereignis hindurchgegangen sein werden. Wiederum erkennbar werden wird für die Menschen dasjenige, was gelebt hat auf der Erde als Moses, Abraham und die Propheten. Und wissen wird man, daß, ebenso wie Abraham vorangegangen ist dem Christus, ihn vorbereitend, er auch die Mission übernimmt, nachher zu helfen an der Christus-Arbeit. So wächst der Mensch, wenn er nicht verschläft das wichtigste Ereignis der nächsten Zukunft, nach und nach hinein in eine Gemeinschaft mit allen denen, die als Patriarchen dem Christus-Ereignis vorangegangen sind. Er verbindet sich mit ihnen. Und wieder erscheint der ganze Chor derer, zu denen wir uns werden erheben können.
Der die Menschheit heruntergeführt hat in den physischen Plan, der erscheint dann nach dem Christus wieder und führt den Menschen auch wieder hinauf und verbindet den Menschen wiederum mit den geistigen Welten.
Wenn wir in der Menschheitsentwickelung weit zurückschauen, dann blicken wir zu jenem Zeitpunkt zurück, von dem wir sagen: Von ihm aus steigt die Menschheit immer mehr und mehr herunter von der Gemeinschaft mit der geistigen Welt in die materielle Welt hinein. - Wenn das Bild auch seine materielle Seite hat, so kann man es doch hier gebrauchen: Der Mensch war früher ein Genosse von geistigen Wesenheiten, sein Geist war in der geistigen Welt darin, er war dadurch, daß er in der geistigen Welt lebte, ein Göttersohn.
Dasjenige aber, was diese sich immer mehr und mehr verkörpernde Seele war, das nahm immer mehr teil an der äußeren Welt. Da war der Göttersohn im Menschen, der fand Gefallen an den Töchtern der Erde, das heißt an jenen Seelen, die für die physische Welt Sympathie hatten. Das wiederum heißt: Der früher mit göttlicher Geistigkeit durchtränkte Menschengeist, der senkte sich herunter in die physische Sinnlichkeit, er wurde der Ehegenosse des Verstandes, der an das Gehirn gebunden ist und ihn in die Sinnesweit verstrickte.
Und nun soll er den Weg finden und wieder hinaufsteigen, den er heruntergestiegen ist, und wieder zum Göttersohn werden.
Der Menschensohn, der er geworden ist, der würde verderben da unten in dieser physischen Welt, wenn er als Menschensohn nicht wieder hinaufsteigen würde zu den göttlichen Wesenheiten, zu dem Lichte der geistigen Welt, wenn er nicht Gefallen finden würde in der Zukunft an den Töchtern der Götter. Notwendig war es für die Entwickelung der Menschheit, daß die Göttersöhne sich verbanden mit den Töchtern der Menschen, mit den Seelen, die an die physische Welt gekettet sind, damit als Menschensohn der Mensch den physischen Plan beherrschen lernte.
Notwendig ist es aber für den Menschen der Zukunft, daß er als Menschensohn Gefallen finde an den Töchtern der Götter, an dem göttlich-geistigen Lichte der Weisheit, das er mit sich verbinden soll, um dann wieder hinaufzuwachsen in die Welt der Götter.
An der göttlichen Weisheit wird sich der Wille entzünden, und der mächtigste Impuls dafür wird sein, wenn für denjenigen, der sich vorbereitet hat dazu,
die hehre Äthergestalt des Christus Jesus wahrnehmbar wird.
Wie ein Wiedererscheinen des Christus Jesus wird es sein für den natürlich zum Hellsehen entwickelten Menschen, in derselben Art, wie auch dem Paulus dieser ätherische Christus erschien als geistige Wesenheit.
Er wird den Menschen wiedererscheinen, wenn sie verstehen werden, daß sie diese Fähigkeiten, die mit der Entwickelung der Menschenseele kommen werden, dazu nutzen sollen.
Benützen wir Geisteswissenschaft daher so, daß sie für uns wird eine Vorbereitung für die großen Aufgaben, für die großen Missionen des Menschengeschlechts, in die wir immer mehr und mehr hineinwachsen sollen.
Fragenbeantwortung
Wenn so etwas gesagt wird wie heute, wenn wir so in intimere Geheimnisse hineinleuchten, so wollen wir das nicht so gedankenlos betrachten, wie man heute oft sich gewisse Dinge anhört, sondern uns klar sein darüber, daß Geisteswissenschaft wirklich uns werden soll etwas ganz anderes als eine Theorie. Die Lehre muß ja da sein; wie sollte man sich denn überhaupt zu solchen Gedanken hinauferheben können, wie sie heute ausgesprochen worden sind, wenn man sie nicht in Form der Lehre in sich aufnehmen könnte?
Das Wesentliche dabei aber ist, daß sie nicht Lehre bleibt, sondern sich umschmilzt in unserer Seele zu Gemüts- und Charaktereigenschaften, zu einer ganz andern Gesinnung, und einen ganz andern Menschen aus uns macht.
Sie soll uns Anleitung geben, unsere Verkörperungen in der ganz entsprechenden richtigen Weise anzuwenden, so daß wir im Laufe unserer Verkörperungen zu etwas ganz anderem werden können.
Ich versuchte es, nicht ein Wort zu viel und nicht eins zu wenig zu sagen, ich versuchte daher auch, nur vorübergehend wichtige Sachen anzudeuten. Wichtig ist das Gesagte aber nicht nur für die Seelen, die dann in der Zeit von 1930 bis 1940 auf dem physischen Plan verkörpert waren, sondern auch für diejenigen, die dann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in der geistigen Welt sein werden.
Denn es kommt darauf an, daß die Seelen aus der geistigen Welt in die Welt der Lebenden auch dann herunterwirken, wenn diese nichts davon wissen.
Durch das neue Christus-Ereignis wird auch dieses Zusammenleben zwischen denen, die hier auf dem physischen Plan verkörpert sind, und den Seelen, die in der geistigen Welt schon sind, ein immer bewußteres werden.
Ein Zusammenwirken zwischen physisch-verkörperten Menschen und geistigen Wesenheiten wird dann möglich sein.
Das sollte schon gezeigt werden dadurch, daß angeführt wurde das Bild, daß die Propheten wieder für die Menschen auf der Erde erscheinen werden.
So daß wir uns vorzustellen haben, daß dann, wenn in der Menschheitszukunft diese großen Zeiten kommen werden, die Menschen auch bewußter in der physischen und in der geistigen Welt gegenseitig zusammen wirken werden.
Heute ist das nicht möglich, weil es an einer gemeinsamen Sprache fehlt. Die Menschen hier in der physischen Welt reden ja nur Worte in ihren Sprachen, mit denen physische Dinge und physische Verhältnisse bezeichnet werden.
Die Menschen zwischen Tod und neuer Geburt leben in einer Welt, die ganz anders aussieht als die Welt, die zunächst uns umgibt, und sie reden eine andere Sprache. Von alldem, was in unserer Welt gesprochen wird, können die Toten nur aufnehmen, was als Geisteswissenschaft gesprochen wird. So daß wir nit Geisteswissenschaft hier etwas pflegen, was den Toten immer mehr und mehr verständlich werden kann, und daß wir auf diesem Felde auch sprechen für diejenigen, die zwischen Tod und neuer Geburt sind.
Es wächst so die Menschheit in eine Zeit hinein, wo die Einflüsse von der geistigen Welt immer größer werden. Die großen Geschehnisse der kommenden Zeit werden sich in allen Welten bemerkbar machen.
Auch die Menschen zwischen Tod und neuer Geburt werden in der andern Welt neue Erlebnisse haben infolge des neuen Christus-Ereignisses in der ätherischen Welt.
Sie würden uns aber dann ebensowenig verstehen können, wenn wir nicht auf der Erde uns vorbereitet hätten dafür, gerade wie die Menschen, die hier auf der Erde verkörpert sind, sich werden vorbereitet haben müssen, um die Geschehnisse in diesem wichtigen Zeitpunkt richtig aufzunehmen.
Wichtig ist es für alle Seelen, die heute verkörpert sind - gleichgültig, ob sie noch physisch verkörpert sein werden, oder ob sie es nicht mehr sind -, daß sie durch Aufnahme der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten sich werden vorbereitet haben für diese wichtigen kommenden Ereignisse.
Würden sie das nicht tun, dann müßten sie warten. Wenn sie nicht mit dem irdischen Bewußtsein das aufgenommen haben, was Geisteswissenschaft zu geben hat, dann müßten sie warten, bis sie wieder verkörpert werden, um dann die Möglichkeit zu haben, hier auf der Erde die entsprechenden Lehren aufzunehmen.
Denn es gibt nun einmal Dinge, die nur hier auf der Erde erlebt und gelernt werden können.
Daher sagt man: Es gibt zum Beispiel in der geistigen Welt gar keine Möglichkeit, den Tod kennenzulernen, und ein Gott mußte in die physische Welt heruntersteigen, um sterben zu können. Und das, was gerade das Mysterium von Golgatha ist, das kann in keiner andern Welt so kennengelernt werden, wie hier in der physischen Welt.
Wir sind heruntergeführt worden in die physische Welt, damit wir uns hier etwas erwerben, was nur hier erworben werden kann.
Und der Christus ist heruntergestiegen zu den Menschen, weil er den Menschen nur hier in der physischen Welt zeigen konnte, im Mysterium von Golgatha sie etwas erleben lassen konnte, was dann in der geistigen Welt die Früchte reifen läßt und weiter trägt. Aber die Samenkörner, sie müssen hier in der physischen Welt gelegt und ausgesät werden.