TagesGruß
Hier nun Grundlagenarbeit. Man möchte soo gerne am High End dabeisein. But: Even a long journey starts with but a single step. Auch die lange Reise beginnt mit einem ersten Schritt.
So wie das Leben die Natur aus der Starre befreit, so tut es die Freiheit mit dem Geist. In Freiheit beginnt der Geist zu leben, in Freude beginnt das Herz zu schlagen, die Seele lebt und im Frieden ist auch die Unversehrtheit des Leibes gemeint. Es ist, als würde der Weltgeist, wenn es um den Frieden geht, uns besonders himmlische Klänge und menschliche Worte schicken.
Frieden stiften heißt tanzen lernen
Am deutlichsten vom Frieden die Rede ist in dem für die Eurythmie geschriebenen und choreografierten ‹Friedenstanz›. Schon im Titel der Ruf: Frieden heißt tanzen lernen. So wie zum Krieg der Marsch, der Gleichschritt gehört, gehört zum Frieden der Tanz. Die leibliche Erfahrung im Tanz scheint mir ein Schlüssel für den Frieden zu sein. Man ist bei sich und bei allen anderen, ein sozialer Spagat bis in den Leib.
Dieser ‹Friedenstanz› ist vergleichbar einer Symphonie und ihren vier Teilen und einer Coda, einem Nachklang.
Die ersten drei Zeilen beschreiben einen Quell in unserer Seele, ein Streben, dass wir in dieser Welt etwas wollen. Da geht vom Inneren eine Kraft nach außen: «Es keimen der Seele Wünsche, / Es wachsen des Willens Taten, / Es reifen des Lebens Früchte.»
In unserer Seele gibt es Wünsche, die zu Taten und zu Früchten werden. Friedfertigkeit bedeutet, diese Wünsche mit der Außenwelt zusammenklingen zu lassen. Darum geht es in den nächsten sechs Zeilen: «Ich fühle mein Schicksal, / Mein Schicksal findet mich. / Ich fühle meinen Stern, / Mein Stern findet mich. / Ich fühle meine Ziele, / Meine Ziele finden mich.»
Was man als inneren Kompass bildet, das sei eine Sache des Fühlens. Wenn es gelingt, sein Ziel, sein Schicksal zu fühlen, dann kommt zugleich uns Ziel und Schicksal entgegen. Es entsteht eine Brücke, die von zwei Seiten wächst! Wir üben den Frieden: Brücken zu bauen!
Was dich antreibt, entspringt dann nicht allein persönlichem Wollen, sondern einem Gespräch zwischen zentralem und peripherem Ich. So geschieht im Innern, was dann im Äußeren den Frieden bestimmt: der Brückenschlag. Er führt zur Kommunion, dem Ereignis des Friedens: «Meine Seele und die Welt sind Eines nur.»
Im ersten Teil wird beschrieben, wie wir Taten ins Leben gießen – da geht es von innen nach außen. Im zweiten Teil folgt das Gespräch von Innen und Außen. Das führt dann – drittens – zur Gemeinschaft von Innen und Außen. Im vierten Teil stülpt es sich um. Jetzt antwortet die Außenwelt, dreimal spricht das Leben: «Das Leben, es wird heller um mich, / Das Leben, es wird schwerer für mich, / Das Leben, es wird reicher in mir.»
‹Heller›: Ich beginne zu verstehen. ‹Schwerer›: Die Verantwortung wächst! ‹Reicher›: Das Leben wird vielfältiger! Nun folgt eine Coda, eine Reprise, in der es sich verdichtet: «Strebe nach Frieden, / Lebe in Frieden, / Liebe den Frieden.»
Wieder drei Schritte: ‹Strebe›: Halte dich zum Frieden. ‹Lebe›: Sei im Frieden; und ‹liebe›: Schenke Frieden. Die erste Zeile fragt: Bist du friedenswillig? Die zweite: Bist du friedfertig? Und die letzte: ‹Bist du friedensstiftend? Es ist ein Weg vom Kopf über das Herz in die Glieder. Den Frieden suchen. Den Frieden haben und ihn hervorbringen.
Wenn Sie möchten, können Sie gerne mit mir Kontakt aufnehmen