Unsere Sonne


Unsere Sonne ist das verbindende Element zwischen den ober- und den untersonnigen Planeten.


(Saturn - Jupiter - Mars - Sonne - Venus - Merkur - Mond)

Dabei ist darauf hinzuweisen dass die Sonne sich nicht vorzustellen ist als die brennende Energiequelle unserer Welt, sondern, wenn wir die Sonne angemessen betrachten wollen hat sie als Gegensatz des Räumlichen zu gelten. Sie ist wie Minus, sie ist wie negative Materie, sie ist das Saugende in Gegensatz zu einem Drückenden. Und obwohl dieses Saugende vorhanden ist in diesem Nicht-Raum, in dem Negativraum, muß man sich die Sonne nur als einen Spiegel vorstellen, der, weil er die Räumlichkeit nicht ist, das Licht nicht durchlassen kann und somit als Spiegel das Licht aus den Weiten zu uns heranbringt. Dieses Licht muß dann also aus anderen Orten kommen als von der Sonne selbst und wenn man dieser Frage nachgeht, wo das Licht denn herkommt, das die Sonne lediglich spiegelt, dann kommt man doch zu Fragen, die einen näher führen in die Regionen der höheren Hierarchien.

Unsere Sonne
In allen alten Weltanschauungen wurde von einer dreifachen Sonne gesprochen, von jener Sonne, die man mit den physischen Sinnen wahrnimmt als leuchtende Kugel im Weltenraume draußen. Hinter dieser Sonne aber sahen die alten Weisen eine seelische Sonne und dann hinter dieser seelischen Sonne noch eine geistige Sonne, die ehemals identifiziert wurde mit dem Guten.
Wie verhält es sich nun eigentlich mit dem, was wir uns als physische Vorstellung von der Sonne bilden.
Daß wir in dem, was wir uns als physische Vorstellungen von der Welt bilden, in dem, was sich sinnenfällig vor uns ausgebreitet ist, als eine Art von Täuschung zu sehen haben, eine Art von Maja, das wird doch noch nicht im vollen Sinne des Wortes ernst genommen, wenigstens nicht so ernst, daß die Anschauung des Lebens wirklich mit diesen Dingen durchdrungen würde.
Wenn ein Mensch da zur Sonne hinauffahren könnte, wohin die Physiker die Sonne versetzen, so würde er, indem er sich der Sonne näherte, gewaltige Hitze verspüren, so stellt er es sich vor, und er würde da, wenn er innerhalb des Raumes ankommt, den sich der Physiker von der Sonne ausgefüllt denkt, innerhalb dieses Raumes glühendes Gas oder dergleichen finden. So jedenfalls stellt sich der Physiker das eigentlich vor: einen glühenden Gasball oder so etwas.
Aber so ist es nicht, das ist eine richtige Maja, eine richtige Täuschung. Und diese Vorstellung hält vor den wahren physikalischen Anschauungen, die man gewinnen kann, auch nicht stand, geschweige denn vor der wirklichen übersinnlichen Anschauung.
Wenn man sich nämlich wirklich der Sonne nähern könnte und dahin kommen würde, wo die Sonne ist, wo die Physiker die physische Sonne vermuten, fände man zunächst das, was man ansprechen könnte als leeren Raum. Da ist überhaupt nichts; es ist gar nichts da, wo man die physische Sonne vermutet. Da ist nichts, da ist leerer Raum.
Aber ein sonderbarer leerer Raum ist das! Wenn ich sage: Es ist nichts da -, so rede ich eigentlich nicht ganz richtig; es ist weniger als nichts da. Es ist nicht nur ein leerer Raum da, sondern es ist weniger als nichts da. Und das ist es, was als eine Vorstellung für abendländische Menschen heute außerordentlich schwer zu bilden ist. Der Morgenländer hat diese Vorstellung auch heute noch ohne weiteres; für den ist es gar nichts Wunderbares oder Schwerverständliches, wenn man ihm davon spricht, daß da weniger als nichts ist. Der Abendländer denkt sich, wenn er ein waschechter Kantianer ist: Wenn nichts im Raum ist, so ist es eben leerer Raum! -
Aber das ist nicht der Fall; es kann auch ausgeschöpfter Raum sein.
 Wenn wir nämlich da durch diese Sonnenkorona durchsehen würden, so würden wir diesen leeren Raum, in den wir da eintreten würden, höchst unbehaglich empfinden: er zerreißt uns nämlich. Und darin zeigt er seine Wesenheit, daß er mehr ist - oder weniger ist - als ein leerer Raum. Wir brauchen ja nur die einfachsten mathematischen Begriffe zu Hilfe zu nehmen, so wird uns nicht ganz unklar bleiben können, was wir da meinen: leerer Raum ist weniger noch als bloß leer.
Nehmen wir an, wir besitzen irgend etwas an Vermögen. Aber es kann auch vorkommen, daß wir alles, was wir besitzen, ausgegeben haben, daß wir nichts haben. Aber man kann weniger als nichts haben: man kann Schulden haben, dann hat man wirklich weniger als nichts. Man kann, wenn man von der Raumerfüllung zu immer dünnerer und dünnerer Raumerfüllung übergeht, bis zum leeren Raum kommen; man kann aber dann hinter die bloße Leerheit noch hinübergehen, wie man von dem Nichts zu den Schulden gehen kann.
Das ist der größte Fehler der heutigen Weltanschauung, daß sie diese eigentümliche Art von negativer Stofflichkeit nicht kennt, daß sie nur die Leerheit kennt und die Erfüllung, und nicht dasjenige, was weniger ist als die Leerheit.
Denn dadurch, daß das heutige Wissen, die heutige Weltanschauung das, was weniger ist als die Leerheit, nicht kennt, dadurch wird diese heutige Weltanschauung mehr oder weniger im Materialismus festgehalten, richtig im Materialismus festgehalten, man möchte sagen: gebannt in den Materialismus.