Unsere Sonne


Unsere Sonne ist das verbindende Element zwischen den ober- und den untersonnigen Planeten.


(Saturn - Jupiter - Mars - Sonne - Venus - Merkur - Mond)

Dabei ist darauf hinzuweisen dass die Sonne sich nicht vorzustellen ist als die brennende Energiequelle unserer Welt, sondern, wenn wir die Sonne angemessen betrachten wollen, hat sie als Gegensatz des Räumlichen zu gelten. Sie ist wie Minus, sie ist wie negative Materie, sie ist das Saugende in Gegensatz zu einem Drückenden. Und obwohl dieses Saugende vorhanden ist in diesem Nicht-Raum, in dem Negativraum, muß man sich die Sonne nur als einen Spiegel vorstellen, der, weil er die Räumlichkeit nicht ist, das Licht nicht durchlassen kann und somit als Spiegel das Licht aus den Weiten zu uns heranbringt. Dieses Licht muß dann also aus anderen Orten kommen als von der Sonne selbst und wenn man dieser Frage nachgeht, wo das Licht denn herkommt, das die Sonne lediglich spiegelt, dann kommt man doch zu Fragen, die einen näher führen an den Anfang des Johannes Evangeliums: Im Anfang war das Wort ... Was geworden ist, in ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen ... und das Licht scheint in die Finsternis ....!.
Frage: Wie entstehen die Sonnenstrahlen? Ist das eine Substanz? Und wie kommt es, daß sie auf die Erde in einem Bogen einfallen ?
Die Sache ist so: Die Sonnenstrahlen, wie man sie sieht, sind eigentlich keine Wirklichkeit; sondern, wenn wir die Sonne als solche betrachten, so ist sie eigentlich nicht ein physischer Stoff, sie ist eigentlich geistig und besteht in einer Aushöhlung des Raumes.
Wir müssen uns nur richtig vorstellen, was eine solche Aushöhlung des Raumes bedeutet. Wenn man - ich habe den Vergleich schon einmal gebraucht - eine Flasche mit Selterswasser hat, dann ist die Flasche mit Wasser angefüllt, und man sieht eigentlich das Wasser kaum; man weiß, daß Wasser drin ist, aber man sieht sehr deutlich die Perlen, die da drinnen sind. Wir wissen aber: Wenn wir das Wasser herausgießen, dann verduften die Perlen; die sind eigentlich Luft. Sie sind als Luft dünner als das Wasser. Man sieht nicht etwas, was dichter ist als Wasser, aber das Dünnere der Luft sieht man dadrinnen. So ist es mit der Sonne da droben. Alles, was ringsherum um die Sonne ist, ist eigentlich dichter als die Sonne, und die Sonne ist dünner als das, was um die Sonne herum ist; dadurch sehen wir die Sonne. Es ist also eine Täuschung, wenn man glaubt, daß die Sonne sozusagen etwas ist im Raume. Es ist eigentlich dort nichts im Raume; es ist ein großes Loch da, wie bei dem Selterswasser auch überall, wo eine Perle ist, Luft ist, ein Loch ist.
Daraus können wir schon entnehmen: Es kann sich gar nicht darum handeln, daß von dem Loch Strahlen ausgehen. Die Strahlen entstehen auf ganz andere Weise. Wir können uns das auf folgende Weise klarmachen. Wir nehmen einmal an, wir haben eine Straßenlaterne; in dieser Straßenlaterne ist Licht drinnen. Wenn wir nun auf der Straße gehen und wir schauen uns diese Laterne an, und es ist ein recht heller Abend, so werden wir die Laterne mit festem, schönem Glänzen sehen. Bedenken wir aber: Es ist ein nebliger Abend, überall herum ist Nebel - da wird es uns gerade so scheinen, als ob lauter Strahlen ausgehen würden von der Laterne, von dem Licht! Wir sehen dann also die Strahlen drinnen. Wir sehen bloß nicht die Strahlen vom Licht, sonst müßten wir bei einem richtig guten Abend auch die Strahlen sehen. Die kommen aber von dem, was ringsherum ist; und je mehr Nebel ist, desto mehr sehen wir die Strahlen. Daher sehen wir die Sonnenstrahlen auch nicht als Wirklichkeit, sondern als etwas, wo wir durch einen Nebel hindurch auf ein weniger Dichtes, in ein Leeres hinschauen. Versteht man das?
Nun aber weiter: Wenn man durch einen Nebel durchschaut in die Ferne, dann erscheint der Gegenstand, den man schaut, immer an einem anderen Ort, als wo er eigentlich ist. Wenn man hier auf der Erde steht und man schaut durch die Luft die Sonne, die eigentlich leer ist, an, dann wird, indem man hinschaut, die Sonne tiefer stehen als wo sie eigentlich steht - dann wird sie in der Leere des Raumes tiefer stehen. Dadurch erscheint dasjenige, was ohnehin gar keine Wirklichkeit hat, wie wenn es ausgebogen wäre. Es ist also eigentlich nur dadurch, daß man durch den Nebel durchschaut. Das ist in diesem Falle die Wirklichkeit. Man muß nur immer wiederum von neuem staunen, daß die Physiker heute die Dinge so aufzeichnen, als wenn da eine Sonne stünde und da Strahlen verlaufen würden, währenddem weder die Sonne noch die Strahlen eine äußere physische Wirklichkeit sind. Und in dem Raum, der da leer ist, dadrinnen ist allerdings dann Geistiges. Und das ist dasjenige, was dabei immer berücksichtigt werden muß.
Oder, um ein anderes Mal: Die Sonne ist ein Hohlraum im Weltenall, aber dünner ist das als jedes Gas; das ist ganz dünn da, wo die Sonne steht! Ja, noch mehr, dort, wo die Sonne steht, ist auch der Raum hohl. Was heißt das: Der Raum ist hohl?
Bei der Sonne ist es so, daß das, was da ist, durchaus von allem ein Hohlraum ist; nicht bloß von der Luft, sondern auch von der Wärme - von allem ein Hohlraum ist. Nun ist dieser Hohlraum so, daß er nach allen Seiten geistig abgeschlossen ist, und daß nur durch die Sonnenflecken ab und zu etwas hineinschießen kann.
Astronauten erwarten, daß dieses glühende Gas sie verbrennen würde, aber Gelegenheit, im Feuer aufzugehen, hat man nicht, denn die Sonne ist auch von der Wärme hohl! Wärme ist auch nicht da!
Aber etwas anderes ist nicht zu ertragen, man würde flugs in die Sonne hineingezogen werden und gleich würde man Staub sein, ganz zerstoben sein, weil die Sonne ein Hohlraum ist, der alles aufsaugt; man würde ganz aufgesogen werden. Es wäre die sicherste Art zu verschwinden.
Die Sonne wird also von der irdischen Wissenschaft ganz falsch betrachtet. Sie ist in bezug auf alles andere ein Hohlraum; und dadurch ist sie eigentlich unter denjenigen Sternen, die uns am nächsten stehen, die leichteste "Person" da draußen im Weltenraum, die allerleichteste. Der Mond ist verhältnismäßig schwer, weil der einmal aus der Erde hinausgegangen ist und gerade das, was die Erde nicht brauchen konnte an Schweresubstanzen, sich mitgenommen hat.
So daß Sonne und Mond auch da volle Gegensätze sind: Die Sonne ist der leichteste Körper im Weltenraum, der Mond der materiellste Körper. Er ist natürlich leichter als die Erde, weil er viel kleiner ist, wenn man ihn wiegen würde, aber im Verhältnis, was man spezifisches Gewicht nennt, ist er schwerer.


Unsere Sonne
In allen alten Weltanschauungen wurde von einer dreifachen Sonne gesprochen, von jener Sonne, die man mit den physischen Sinnen wahrnimmt als leuchtende Kugel im Weltenraume draußen. Hinter dieser Sonne aber sahen die alten Weisen eine seelische Sonne und dann hinter dieser seelischen Sonne noch eine geistige Sonne, die ehemals identifiziert wurde mit dem Guten.
Wie verhält es sich nun eigentlich mit dem, was wir uns als physische Vorstellung von der Sonne bilden.
Daß wir in dem, was wir uns als physische Vorstellungen von der Welt bilden, in dem, was sich sinnenfällig vor uns ausgebreitet ist, als eine Art von Täuschung zu sehen haben, eine Art von Maja, das wird doch noch nicht im vollen Sinne des Wortes ernst genommen, wenigstens nicht so ernst, daß die Anschauung des Lebens wirklich mit diesen Dingen durchdrungen würde.
Wenn ein Mensch da zur Sonne hinauffahren könnte, wohin die Physiker die Sonne versetzen, so würde er, indem er sich der Sonne näherte, gewaltige Hitze verspüren, so stellt er es sich vor, und er würde da, wenn er innerhalb des Raumes ankommt, den sich der Physiker von der Sonne ausgefüllt denkt, innerhalb dieses Raumes glühendes Gas oder dergleichen finden. So jedenfalls stellt sich der Physiker das eigentlich vor: einen glühenden Gasball oder so etwas.
Aber so ist es nicht, das ist eine richtige Maja, eine richtige Täuschung. Und diese Vorstellung hält vor den wahren physikalischen Anschauungen, die man gewinnen kann, auch nicht stand, geschweige denn vor der wirklichen übersinnlichen Anschauung.
Wenn man sich nämlich wirklich der Sonne nähern könnte und dahin kommen würde, wo die Sonne ist, wo die Physiker die physische Sonne vermuten, fände man zunächst das, was man ansprechen könnte als leeren Raum. Da ist überhaupt nichts; es ist gar nichts da, wo man die physische Sonne vermutet. Da ist nichts, da ist leerer Raum.
Aber ein sonderbarer leerer Raum ist das! Wenn ich sage: Es ist nichts da -, so rede ich eigentlich nicht ganz richtig; es ist weniger als nichts da. Es ist nicht nur ein leerer Raum da, sondern es ist weniger als nichts da. Und das ist es, was als eine Vorstellung für abendländische Menschen heute außerordentlich schwer zu bilden ist. Der Morgenländer hat diese Vorstellung auch heute noch ohne weiteres; für den ist es gar nichts Wunderbares oder Schwerverständliches, wenn man ihm davon spricht, daß da weniger als nichts ist. Der Abendländer denkt sich, wenn er ein waschechter Kantianer ist: Wenn nichts im Raum ist, so ist es eben leerer Raum! -
Aber das ist nicht der Fall; es kann auch ausgeschöpfter Raum sein.
 Wenn wir nämlich da durch diese Sonnenkorona durchsehen würden, so würden wir diesen leeren Raum, in den wir da eintreten würden, höchst unbehaglich empfinden: er zerreißt uns nämlich. Und darin zeigt er seine Wesenheit, daß er mehr ist - oder weniger ist - als ein leerer Raum. Wir brauchen ja nur die einfachsten mathematischen Begriffe zu Hilfe zu nehmen, so wird uns nicht ganz unklar bleiben können, was wir da meinen: leerer Raum ist weniger noch als bloß leer.
Nehmen wir an, wir besitzen irgend etwas an Vermögen. Aber es kann auch vorkommen, daß wir alles, was wir besitzen, ausgegeben haben, daß wir nichts haben. Aber man kann weniger als nichts haben: man kann Schulden haben, dann hat man wirklich weniger als nichts. Man kann, wenn man von der Raumerfüllung zu immer dünnerer und dünnerer Raumerfüllung übergeht, bis zum leeren Raum kommen; man kann aber dann hinter die bloße Leerheit noch hinübergehen, wie man von dem Nichts zu den Schulden gehen kann.
Das ist der größte Fehler der heutigen Weltanschauung, daß sie diese eigentümliche Art von negativer Stofflichkeit nicht kennt, daß sie nur die Leerheit kennt und die Erfüllung, und nicht dasjenige, was weniger ist als die Leerheit.
Denn dadurch, daß das heutige Wissen, die heutige Weltanschauung das, was weniger ist als die Leerheit, nicht kennt, dadurch wird diese heutige Weltanschauung mehr oder weniger im Materialismus festgehalten, richtig im Materialismus festgehalten, man möchte sagen: gebannt in den Materialismus.

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